Amethyst nach Hildegard von Bingen

 In Edelsteine, Hildegard von Bingen

Amethyst – Lapis Amethyst

Hildegard von Bingen schreibt in ihrem Werk „Physica“ / Heilsame Schöpfung – Die Natürliche Wirkkraft der Dinge:

„Der Amethyst wächst, wenn die Sonne ihren Ring zeigt, als ob sie bekränzt wäre, und das tut sie, wenn sie ankündigt, dass eine Veränderung im Gewand des Herrn, also in der Kirche, geschieht. Und wenn er wächst, sprudelt er so hervor wie Harztropfen, und deshalb gibt es viele. Und er ist warm und feurig und etwas luftig, weil zu jener Zeit, wenn wie gesagt, die Sonne ihren Ring zeigt, die Luft ziemlich lau ist.“

Die Physica ist einer von zwei Teilen des naturkundlichen Werkes von Hildegard von Bingen (1098 – 1179). In neun Büchern werden etwa 500 Kräuter und Bäume, Tiere sowie Edelsteine, Metalle und Flüsse beschrieben. Hier handelt es sich um die Übersetzungen von Frau Prof. Ortrun Riha aus der Florentiner Handschrift um 13. Jh.

„Jeder Stein enthält Feuer und Feuchtigkeit. Aber der Teufel schreckt vor edlen Steinen zurück und hasst und verachtet sie, weil er sich erinnert, dass ihr Glanz auch an ihm erschienen war, bevor er von der ihm von Gott verliehenen ruhmvollen Stellung niederstürzte, und auch weil manche edlen Steine aus dem Feuer entstehen, in dem er selbst seine Strafen erleidet.“

Der Amethyst hat nach Hildegard wunderbare kosmetische Eigenschaften.

Dieser Edelstein ist ein Mittel zur Pflege für das Gesicht.

Hierzu schreibt Hildegard folgendes:

Flecken im Gesicht

„Ein Mensch, der Flecken in seinem Gesicht hat, soll einen Amethyst mit seinem Speichel anfeuchten und mit dem so befeuchteten Stein die Flecken bestreichen.“

Im Gesicht kann man unschöne Hautflecken haben, wie Sommersprossen, Altersflecken, Pigmentflecken und Muttermale. So müssten diese Flecken nach Hildegard heller werden, wenn man einen eingespeichelten Amethyst regelmäßig über diese Flecken streicht.

Diese Empfehlung würde sich lohnen einfach einmal auszuprobieren, mit einem Amethystanhänger, lässt sich dies über den Tag leicht machen. Wenn dies funktioniert, spart man sich viel Geld und braucht nicht mehr die Cremes aus der Apotheke um seine Pigmentflecken im Gesicht aufzuhellen.

Damit man eine weiche Haut und schöne Gesichtsfarbe bekommt, steht geschrieben:

„Er soll auch am Feuer Wasser erhitzen und diesen Stein über das Wasser halten, damit sich der von ihm ausgehende Schweiß mit jenem Wasser vermischt, und dann lege er ihn in dieses Wasser und wasche sein Gesicht. Er soll das oft tun, und er wird eine weiche Haut und eine schöne Farbe im Gesicht haben.“ 

„Denn weil der Stein feurig und luftig ist, beseitigt seine aktivierte Wärme zusammen mit dem warmen und heilsamen Speichel des Menschen und mit der dampfenden Wärme des Wassers die Flecken, die von unterschiedlichen Säften kommen.“

Geschwulst

„Auch wenn ein Mensch irgendwo an seinem Körper mit einer richtigen Geschwulst angeschwollen ist, soll er diesen Stein mit seinem Speichel anfeuchten und mit dem angefeuchteten Stein die Stelle der Schwellung überall berühren, und jene Geschwulst wird sich verkleinern und verschwinden.“ 

„Denn die mit der warmen Feuchtigkeit des Speichels (weil dieser manchmal für die Gesundheit des Menschen heilsam ist) vermischte Wärme dieses Steins, löst die dort angesammelten unrecht heißen und unrecht kalten Säfte auf.“

Nach Dr. Herzka soll diese Empfehlung von Hildegard sogar helfen. Der Amethyst hilft jedoch nur bei spontanen Schwellungen. Diese sind nicht zu verwechseln mit echten Hautgeschwülsten, Hautkrebs oder Eiterfurunkeln!

Spinnenbiss

„Und wo eine Spinne einen Menschen an seinem Körper gebissen hat, streiche er diesen Stein über jene Bissstelle, und er wird geheilt werden, denn die Natur der Spinne ist in ihrer Hitze so tödlich, dass ihr Biss alle schädlichen Säfte, die im Menschen sind, an sich zieht, und eben diese zerstreut die gute Wärme und gute Wirkung dieses Steins.“

Schlangenabwehr

„Aber auch Schlange und Viper (oder Natter) fliehen diesen Stein und meiden den Ort, wo sie wissen, dass er ist. Schlange und Viper ziehen Nutzen von der schlechtesten Feuchtigkeit der Erde und ernähren sich davon. Diese Feuchtigkeit berührt diesen Stein jedoch nicht weil er rein ist, und die Würmer, die von dieser Feuchtigkeit leben, fliehen ihn.“

Alle beiden Anweisungen sind mit Vorsicht anzusehen, und es sollte ein Arzt konsultiert werden.

Die Beschreibung beim Spinnenbiß erinnert auch an die Beschreibung beim Achat, wo angenommen wird, dass es sich um Zecken handelt.

Läuse

„Ein Mensch, der sehr viele Läuse hat, soll einen Amethyst fünf Tage lang in kaltes Wasser legen, ihn am sechsten Tag herausnehmen und dieses Wasser am Feuer erhitzen. Er soll ihn darüber halten, damit sich sein Schweiß mit dem Wasser vermischt, und dann soll er ihn erneut für kurze Zeit in das gleiche Wasser legen und ihn dann herausnehmen.“ 

„Danach bereite er ein Schwitzbad, betrete es und übergieße sich mit jenem Wasser, und so wird er wegen der Kraft dieses Steins über vier oder fünf Wochen die Läuse los.“

„Und wenn er danach erneut Läuse an sich bemerkt, soll er nochmals ebenso verfahren. Läuse wachsen aus schwachen Fett und aus schwacher Feuchtigkeit des menschlichen Schweißes. Deshalb muss man diesen Stein, der keine schädliche Feuchtigkeit in sich hat, in Wasser legen, damit dieses Wasser durch seine Kraft und Wärme gestärkt wird. Und danach soll, wie gesagt, dem erhitzten und dampfenden Wasser Amethyst Schweiß beigemischt werden, damit dieses Wasser durch eben diesen Schweiß gekräftigt wird. Und wenn jener Mensch die verdorbenen Säfte durch das Schwitzbad hervorruft, vermindert das Wasser, das mit der Kraft und der Wärme dieses Steins vermischt ist, die fauligen Säfte im Menschen, aus denen die Läuse entstehen.“

Bei dieser beschriebenen Anwendung handelt es sich um eine Amethyst Sauna, hier werden Amethyst Steine in die Sauna gelegt. Eine Anwendung für den ganzen Körper, um Gifte auszuschwitzen und sich danach wohlzufühlen.

Autorin: Diplom-Biologin Lydia Keller, Konstanz, 2015

Literatur:

  • Physica, Ortrun Riha, Beuroner Kunstverlag, 2012
  • Große Hildegard-Apotheke, Hertzka/Strehlow, Christiana Verlag, 2010
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