Storchschnabel – was schreibt Hildegard – Traurigkeit – Herz

 In Gewürze

Hildegard von Bingen schreibt:

„Storchschnabel ist mehr kalt als warm“

Wer am Herzen Beschwerden hat und immer traurig ist, der nehme Storchschnabel und weniger … und zerstoße das. Dieses Pulver soll er oft mit Brot essen, und sein Herz wird gestärkt und froh sein, weil die Kälte des Storchschnabels, vermischt mit der Wärme von den anderen Kräutern und mit der Kraft des Brotes, die zurückgebliebenen warmen und kalten Säfte, die das Herz des Menschen schädigen, zur Gesundheit zurückbringt.“

Diese Kräutermischung sollten also Menschen mit einem Herzleiden, die traurig sind täglich nehmen. Es muss sich um Menschen handeln, die ein schwaches Herz haben und wahrscheinlich auch einen niedrigen Blutdruck haben. Die Folge ist, dass sie traurig sind und viel weinen.

Zwei- bis dreimal täglich von dieser Kräutermischung auf ein Stück Brot oder ins Essen streuen, sollte das Herz dieser Menschen wieder erfreuen. Die Traurigkeit vergeht und das Herz wird gestärkt. Und wie Hildegard schreibt, sollten diese Menschen auch wieder „Fröhlich“ werden.

Eine ganz außergewöhnliche Kräutermischung, die sonst von niemanden bisher als von Hildegard beschrieben wurde, besonders in diesem Anwendungsbereich für Menschen mit traurigem Herzen.

Der „Stinkende Storchschnabel“ oder auch „Ruprechtskraut“ (Geranium robertianum) gehört zur Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae). Wenn man die Blätter der frischen Pflanze zwischen den Fingern leicht zerreibt, verströmt diese einen leicht unangenehmen Geruch. Viele gegenständige Blätter sitzen an den verzweigten rot überlaufenden Stengeln und sind handförmig geteilt und doppelt fiederspaltig. Die Blüten sind hellrot bis kräftig karminrot gefärbt und haben oft hellere Streifen. Die Frucht sieht schnabelförmig aus und ist eine zweiklappige Springfrucht.

Dieses Kraut blüht von Mai bis September und ist häufig zu finden. Der Storchschnabel enthält ätherisches Öl (Geruch), Gerbstoffe und einen nicht bekannten Bitterstoff.

Den Gebrauch als Heilpflanze lehrte der heilige Ruprecht. Sie wurde verwendet gegen Nierenleiden, Entzündungen, Geschwülste, Nasenbluten und Gicht. In der Schulmedizin wird diese Pflanze nicht verwendet. Im Mittelalter wurde sie in der Volksmedizin gelobbt und erhielt auch so den Namen „Gottesgnadenkraut“.

 

Literatur:

  • Das Fischer Lexikon der Pflanzen, Jüngling/Seybold, Fischer Taschenbuch, 1983
  • Was blüht denn da?, Aichele, Kosmos Verlag, 1983
  • Das große Buch der Heilpflanzen, Pahlow, Nikol Verlag, 1979
  • Physica, O. Riha, Beuroner Kunstverlag, 2012
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