Aronstab (paffencruit, paffen pint, jarus, pes vituli) Hildegard von Bingen

 In Allgemein, Hildegard von Bingen

Der Aronstab kommt in feuchten Laubwäldern vor und ist eine Staude mit wurzelstockartiger Knolle und pfeilförmigen Blättern. Die Früchte zur Reifezeit sind scharlachrot.

Hildegard von Bingen schreibt in ihrem Werk Physika über dem Aronstab:

„Aronstab ist weder lauwarm noch zu stark, sondern hat eine gleichmäßige und durchmischte Wärme, wie die Sonne nach ihrem Aufgang sanfte Wärme besitzt und wie der Tau im Sommer vor Tagesanbruch mild ist, und deshalb kann er zu allem nutzbar gemacht werden wie ein liebenswürdiger Mann, der auch Gefahren ertragen kann und zu Recht Wohlstand erlangt“.

„Der Mensch, in dem die Schwarzgalle zunimmt, hat ein bitteres Gemüt und ist immer traurig. Er soll oft Wein trinken, der mit Aronstabwurzel gekocht ist, und dieser vermindert das melancholische Fieber in ihm, das heißt es verschwindet, wie gesagt, weil der mit Wärme des Weines vermischte Aronstab die Kälte der Melancholie verringert und das Gemüt des Menschen froh macht“.

„Ein Mensch, der ein schleimiges Fieber im Magen hat, aus dem verschiedenartiger Schüttelfrost erwächst, soll die Wurzel des Aronstabs in reinem Wein kochen und erkalten lassen. Dann soll er einen feuerheißen Stahl in diesen Wein tauchen, um ihn erneut zu erhitzen, und ihn so heiß trinken: Er entfernt sowohl den Schleim, der im Magen ist, als auch das Fieber von ihm so, wie das Feuer Schnee zerfließen lässt, da dieses Kraut, vermischt mit der Wärme des Weines und der Kraft des Stahls, den Schleim des Magens und jener Fieber beseitigt“.

Hildegard von Bingen, Physica 1.49

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