Veilchensalbe nach Hildegard von Bingen – Physica und Heute

 In Hildegard von Bingen, Kosmetik

Veilchen (Viola)

Hildegard von Bingen schreibt: „Das Veilchen ist zwischen warm und kalt. Aber es ist doch mäßig kalt und wächst von der Süße und Reinheit der Luft, wenn sich die Luft nach dem Winter eben erst zu erwärmen beginnt.“

Gicht

„Auch ein Mensch, der Beschwerden an Kopf oder Nieren hat oder irgendwo von der Gicht gequält wird, soll mit Veilchen und Fett … eine Salbe bereiten und sich mit dieser am Kopf oder wo er sonst Beschwerden hat, einreiben, und es wird ihm besser gehen.“

Kopfschmerzen, Parasiten und Geschwüre

„Und wenn jemand Kopfschmerzen hat oder wen die Krebse verzehren oder wenn jemand an seinem Körper Geschwüre hat, der soll er Duftveilchen … Olivenöl … Fett … abmessen, das alles zusammen in einem neuen Topf zum Kochen bringen und eine Veilchensalbe bereiten. Und wer Kopfschmerzen hat, soll mit dieser Veilchensalbe die Stirn quer einreiben, und es wird ihm besser gehen. Aber auch über Stellen, wo Krebs oder andere Parasiten den Menschen verzehren, soll man sich damit einreiben, und sie werden eingehen, wenn sie davon gekostet haben. Auch wo der Mensch an sonstigen Geschwüren leidet, soll er sich mit dieser Veilchensalbe einreiben, und er wird seine Gesundheit wiedererlangen.“

Anstatt Tierfetten verwendet man in der heutigen Zeit eine pflanzliche Creme-Grundlage.  Tierfette werden schnell ranzig, riechen unangenehm, geschweige von den Mikroben, deshalb verwenden hauptsächlich Apotheken Konservierungsstoffe, die auch allergische Reaktionen auslösen können, darunter auch eine Substanz, die die Wirkstoffe besser noch tiefer in die Haut eindringen lässt und zugleich als Frostschutzmittel dient. Als Naturkosmetik kann dies natürlich überhaupt nicht verwendet werden, deshalb sollte man darauf achten, dass entweder Pflanzenwachse oder pflanzliche Creme-Grundlagen verwendet werden, wie die Kokosbutter, Mangobutter, Olivenöl und ätherische Öle. Vor allem für Veganer sind die Hildegard Cremes mit Kokosbutter, pflanzlichen Creme-Grundlagen und ätherischen Ölen geeignet. Auch wenn manche Hersteller die Tierfette wie Ziegenfett, Bärenfett, Schweinefett oder Hirschfett anpreisen, sei dies mit Vorsicht zu betrachten. Schon aus tierschutzrechtlichen Aspekten sollte man Fette wie Dachsfett oder Bärenfett sowieso meiden. Die anderen Fette stammen doch dann meistens von Massentierhaltungen und sind nicht unbedingt die 1. Wahl.

In der Hildegard Center Naturkosmetik können Sie eine qualitativ sehr kostbare und hochwertige Veilchensalbe kaufen. Sie ist die einzige vegane Veilchensalbe mit Veilchen Absolue, Veilchen auf Olivenölbasis und Veilchenwachs.

Zu den Veilchengewächsen / Familie Violaceae gehören die Veilchen und die Stiefmütterchen (Viola), diese sind bekannte und beliebte Frühlingsblumen.

Das von Hildegard gemeinte Märzveilchen/Viola odorata, auch Duftveilchen genannt, hat Blüten mit ätherischen Öl. Kraut und Wurzel haben Schleimstoffe und Alkaloide und werden deshalb in der Volksmedizin bei Husten verwendet. Aus den lila Blüten wurde Veilchensirup hergestellt, der als Hustenmittel sehr beliebt war.

Wirkstoffe vom Veilchen sind: Saponine, Bitterstoffe, ein Glykosid, Salizylsäuremethylester und Odoratin, das Blutdrucksenkend wirken soll. Heilwirkungen und Anwendungen heute sind: Bei Halsentzündungen, Bronchitis mit festsitzendem Schleim werden die Blüten verwendet und zur Blutreinigung das Kraut. So wird das Veilchenkraut auch bei verschiedenen Hautkrankheiten verwendet. Als ein Hausmittel werden die Veilchenblüten als ein Nervenberuhigungsmittel empfohlen.

Das wilde Stiefmütterchen/Viola tricolor hat nach der Schulmedizin keine pharmazeutisch wirksamen Substanzen, jedoch in der Volksheilkunde wird es eingesetzt bei Akne, Hautunreinheiten und Schuppen. Ein Tee soll gut sein bei rauem Hals, zur Vorbeugung gegen Erkältungskrankheiten und zur Blutreinigung.

Das getrocknete blühende Kraut des Acker-Stiefmütterchens/Viola arvensis wird in der Volksheilkunde bei Katarrhen der Atemwege, Fieber, Rheuma und zur Blutreinigung, eingesetzt. In der Pflanzenheilkunde wird es innerlich und äußerlich bei Hauterkrankungen, Akne, Schorf- und Schuppenbildung verwendet.

Nach dem Kräuterpfarrer Künzle ist auch das geruchlose Hundsveilchen/Viola canina hervorragend gegen Husten und Katarrh sowie gegen Nieren- und Blasenentzündung.

 

Literatur:

Physica, Prof. Ortrun Riha, Beuroner Kunstverlag, 2012

Welche Heilpflanze ist das?, W. Hensel, Kosmos Verlag, 2007

Das Große Buch der Heilpflanzen, M. Pahlow, Nikol Verlag, 2014

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