Himbeeren – Galgantwurzel – Kühlung für den Sommer

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Rezept

Frischer Himbeersaft  mit Galgantwurzelpulver ist ein hervorragendes erfrischendes Getränk gegen Fieber und innerlicher Hitze. Dieses Getränk bringt für den Körper im Sommer eine willkommene Kühlung von Innen.

Im Mixer Himbeeren mit Wasser geben dazu noch etwas Galgantpulver geben und man hat ein erfrischendes Wundergetränk gezaubert, dass gegen innere Hitze, Fieber und Kopfschmerzen, hilft. Der Galgant hat entzündungshemmende und antivirale Eigenschaften.

Mehr interessantes zum Galgant können Sie bei einen meiner Blog Beiträge lesen.

 

Himbeerblättertee wird schon lange von der Volksheilkunde her als ein Haustee empfohlen. Zur Teebereitung 1 bis 2 Teelöffel Himbeerblätter mit kochendem Wasser übergießen und nach 5 bis 10 Minuten durch ein Teesieb geben.

Nach der Empfehlung von Hildegard soll der Himbeerblättertee bei fieberhaften Erkrankungen getrunken werden. Jedoch wird dieser Tee anders zubereitet als der übliche Haustee, den wir kennen. Es wird etwa 1 Liter Tee gekocht. Die Himbeerblätter sollen danach aber tagsüber im Wasser bleiben, sollen also nicht abgesiebt werden. Zum Trinken, wird der Tee kurz vor dem Trinken in eine Tasse gesiebt. Getrunken wird dieser Tee bis zum Abend. Der Rest wird dann verworfen. Bis zum Abend wird dieser Himbeertee immer intensiver.

Bei Fieber und Appetitlosigkeit soll dann das gekochte Kraut zusätzlich angenehm warm eine Stunde lang über den Magen gelegt werden. Das ganze soll drei Tage lang gemacht werden.

Hildegard von Bingen schreibt:

„Himbeere ist kalt und wirkt gegen Fieber.“

„Wer also Fieber hat und Abneigung gegen Essen, soll rubea/Himbeerblätter vorsichtig in Wasser kochen und das Kraut in diesem Wasser belassen. Dieses Wasser trinke man am Morgen und auf die Nacht warm. Auch soll man das in Wasser gekochte Kraut eine kurze Weile lang, so heiß auf seinen Magen legen und das drei Tage lang tun, und das Fieber in ihm wird nachlassen, weil die gute Kälte dieses Krautes die Kälte des Magens unterdrückt; und es wird erhitzt auf den Magen gelegt, weil diese Wärme die Kälte des Magens, von der auch die Unlust zu essen kommt, auflöst.“

Jetzt im Sommer sollten frische Himbeerblätter für einen Haustee verwendet werden, diese beinhalten eine große Menge Vitamin C.

Botanik

Himbeeren sind Halbsträucher mit sommergrünen Blättern. Die Himbeere / Rubus Idaeus L. gehört zur Familie der Rosengewächse / Rosaceae und hat verschiedene Volksnamen wie: Ambas, Hohlbeere, Katzenbeere, Madebeere, Mollbeere, Runtzelbeere, Waldhimbeere.

Die Himbeeren sind rutenwüchsige bis 2 m hohe Sträucher. Dieser krautige Himbeerstrauch hat oft gebogene und schwach stachelige Stengel, wobei die Blätter handförmig zusammengesetzt und die Endblättchen gestielt sind. Die eiförmigen Blättchen sind an der Oberseite dunkler als an der Unterseite. Oberseits sind sie schwach beflaumt und unterseits weißfilzig behaart. Die weiß bis rosa farbenen Blüten bilden befilzte end- oder achselständige lockere Trauben. Sie sind klein, regelmäßig fünfstrahlig und zwittrig. Ihre Kronblätter sind kleiner als die Kelchblätter. Aus dem ausläuferbildenden Wurzelstock wachsen aufrechte Sprosse, die im ersten Jahr nur Blätter tragen, im zweiten Jahr blühen und fruchten und dann absterben. Die Blütezeit ist von Mai bis August.

Aus den zahlreichen  Fruchtblättern mit oberständigem Fruchtknoten und fadenförmigem, kahlem Griffel mit kopfförmiger Narbe entwickelt sich eine kugelige bis eiförmige, fingerhutförmig ausgehöhlte, rote, sternhaarig flaumige, wohlschmeckende Sammelfrucht, die sich in ihrer Gesamtheit leicht vom kegelförmigen Fruchtblattträger ablöst. Die Früchte sind winzige Steinfrüchte, die in der Sammelfrucht zusammenstehen. Bis zum Spätsommer reifen die roten Früchte, die im gut ausgereiften Zustand geerntet werden.

Himbeersträucher finden sich auf sonnigen Waldlichtungen, an Waldrändern und Böschungen, auf Halden und Kahlschlägen, auch an Wegrändern im Flachland als auch im Gebirge. Je höher der Standort, desto aromatischer ihr Geschmack.

Inhaltsstoffe / Wirkstoffe

Der wichtigste Inhaltsstoff der Blätter ist Gerbstoff, Tannin. Die Früchte enthalten neben Aromastoffen, erfrischende Fruchtsäuren, Vitaminen der B-Gruppe und Provitamin A und  Mineralstoffe wie Kalium, Phosphor, Kalzium, ein hoher Eisengehalt sowie Magnesium.

Anwendung

Die Himbeerblätter wirken leicht adstringierend / zusammenziehend, so dass ein Kräutertee bei Schleimhautentzündungen in Mund und Rachen ganz gut hilft. Wunderbar als Mundwasser bei Zahnfleischproblemen. Die Gerbstoffe beruhigen bei Wunden und Reizungen. Ein Tee ist auch ein gutes Mittel bei Durchfall, aber auch ein Mittel bei einer starken Menstruationsblutung und bei Ausfluss.

Die roten Himbeerfrüchte haben einen sehr hohen Eisengehalt und sind durch ihre blutbildende Wirkung bei Anämien sehr hilfreich, dass ein großer Blutverlust wieder ausgeglichen werden kann. So haben die Himbeeren auch antioxidative Wirkstoffe wie die Ellagsäure, Quercetin (Phytohormon) und der rote Farbstoff Anthrocyanin. Die Zellmembranen werden so vor Schäden durch freie Radikale geschützt. Das Vitamin C, die enthaltene Gallussäure und sekundären Pflanzenstoffe, sollen nach einer Studie Herz- und Kreislauf vor altersbedingten Beschwerden schützen.

Bei Genuss von viel Himbeeren mit Johgurt, werden Haut, Knochen, Haare und Nägel mit viel Kalzium versorgt.

Himbeeren stehen im Hinblick auf den gesundheitlichen Nutzen mit Vitamin C den Zitrusfrüchten in nichts nach.

 

 

Literatur

Das große Buch der Heilpflanzen, Apotheker M. Pahlow, Nikol Verlag, 1979

Das Fischer Lexikon der Pflanzen in Farbe, Angela Roßmann, Fischer Taschenbuch, 1983

Physica, Heilsame Schöpfung – Die natürliche Wirkkraft der Dinge, Prof. Ortrun Riha, Beuroner Kunstverlag, 2012

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