Bertram – Anacyclus pyrethrum – der komplette Gesundheitsschutz

 In Gewürze

Der Bertram ist eines der wichtigsten Gewürze in der Hildegard-Küche und sollte bei der täglichen Ernährung und so bei keinem Essen fehlen. Hildegard von Bingen schreibt, dass Bertram für eine gute Verdauung, gutes Blut sowie für Kraft und Energie sorgt. Somit ist dieses kostbare Gewürz ein Schutz für unsere Gesundheit und bewirkt eine Stärkung unseres Immunsystems. 1- 3 Messerspitzen vom Bertram Pulver über jedes Essen streuen, mitkochen oder beim Brotbacken als Brotgewürz zusammen mit Galgant und Quendel verwenden. Dieses Universalgewürz sorgt im Darm für eine optimale Aufnahme der Lebensmittel, Vitamine, Spurenelemente und Mineralien im Blut und eine rasche Bioverfügbarkeit (St. Hildegard: Das Gesundheitsprogramm). Dies ist besonders auch gut bei einer Anämie, da Bertram eine hohe Resorptionsfähigkeit für Eisen hat.

Ein Tipp: Bertram Pulver aufs Butterbrot streuen und frischen Kräutern garnieren.

Bertram (Anacyclus pyrethrum L.) gehört zu den Korbblütengewächsen (Composidae) und hat auch folgende Volksnamen: Römischer Bertram, Speichelwurzel oder Zahnwurzel.

Die arzneilich verwendeten Pflanzenteile sind die Bertramwurzel.

Hildegard von Bingen empfiehlt nicht unbedingt nur die Wurzel vom Bertram sondern die ganze Pflanze.

Botanik

Bertram ist eine mehrjährige 45 cm hohe, krautige Pflanze und sieht ähnlich wie die Kamille aus, schmeckt aber scharf. Die gefiederten Blätter sind wechselständig, der Stängel ist niederliegend und strahlenförmig ausgebreitet. Die Blütenköpfchen haben meistens nur Strahlenblüten, diese sind weiß und ihre Unterseite ist purpurn gestreift, in der Mitte ist ein kugeliges, gelbes Samen Körbchen. Die Pfahlwurzel ist fast zylindrisch, leicht verdreht und hat kleine Wurzelhaare. Die Blütezeit ist ca. von Juni bis September.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet ist der Mittelmeerraum, Nordafrika (Marokko, Algerien), Kaukasus, Syrien und Arabien. Bertram wächst auf Waldlichtungen und Weiden in Höhenlagen von 400 bis 3100 Meter Höhe. In Mitteleuropa kommt er nur kultiviert vor.

Wirkstoffe

Pyrethrin, scharfes Harz, ätherische Öle, Inulin, Gerbstoffe

Das Pyrethrin ist für den scharf, brennenden Geschmack verantwortlich.

Anwendung und Wirkung

Die Bertramwurzel wird im zweiten Jahr im Herbst gesammelt, wenn die Pflanze abgeblüht ist. Das Kauen der Wurzel regt den Speichelfluss stark an oder das Pulver eine Weile im Mund einspeicheln, um den Speichelfluss anzuregen. Folgend wird die Wurzel eingesetzt:

  • Zahnschmerzen, Speichel fördernd
  • Trockenheit im Mund
  • schleimlösend
  • Mundwasser
  • adstringierend
  • Verdauungsschwäche
  • optimale Resorption von Vitaminen und Spurenelementen
  • Magen stimulierend
  • Verstopfung
  • Immun stärkend
  • Entgiftend
  • rheumatischen Neuralgien der Kopf- und Gesichtsnerven
  • nervendstärkend
  • Demenz, Alzheimer
  • Angstzustände
  • Schlaflosigkeit
  • Bettnässen
  • Hexenschuss
  • Ischias
  • Herzleiden
  • Lungenkrankheiten
  • gegen Verschleimung
  • Rheumatismus
  • Zungenlähmung
  • Sehschwäche

Traditionell sollte bei Zahnschmerzen oder Zungenlähmung die Bertramwurzel gekaut werden, gekocht in Wein soll dieses Elixier (2 Likörgläser über den Tag verteilt trinken) gut sein bei Zungenlähmung nach Schlaganfällen, trockenen Mund, Verdauungsschwäche, Verstopfung und Nervenschwäche. So kann auch das Pulver im Wein gekocht werden, ca. 1/2 Teelöffel.

In der Physica „Die natürliche  Wirkkraft der Dinge“ schreibt Hildegard von Bingen über dem Bertram (piretrum) folgendes:

„ … für einen gesunden Menschen ist er gegessen zuträglich, weil er in ihm die Fäulnis mindert, das gute Blut in ihm ermehrt und im Menschen einen klaren Verstand bewirkt, weil die Wärme des Bertrams gut ist, denn sie ist weder zu groß noch zu klein, sondern wohl gemischt.“

Stärkung: „Er bringt aber auch einen Kranken, der körperlich schon fast am Ende ist, zu seinen Kräften zurück und erlässt im Menschen nichts unverdaut, sondern verschafft demjenigen eine gute Verdauung, der ihn häufig isst, weil er jede Speise mit seiner guten Wärme verdaut.“

Verschleimung: „Und der Mensch, der in seinem Kopf viel Schleim hat, vermindert, wenn er ihn häufig isst, den Schleim in seinem Kopf, da Schleim oft von unrechten Säften kommt.“

Brustfellleiden: „Oft gegessen vertreibt Bertram aber auch Brustfellleiden und bewirkt reine Säfte im Menschen und macht seine Augen hell. Und womit immer er gegessen wird, sei es trocken oder im Essen, ist er nützlich und gut sowohl für einen kranken Menschen wie für einen gesunden Menschen. Denn wenn der Mensch ihn öfters isst, vertreibt er Krankheit von ihm und verhindert, dass er krank wird. Dass er aber gegessen im Mund Feuchtigkeit und Speichel hervorruft, ist deswegen so, weil er schlechte Säfte auszieht und die Gesundheit zurückgibt.“

Bertram ist für die Gesundheit so kostbar, da er bei Infektionen die Giftstoffe, Schlacken, Bakterien, Pilze und die Toxine der Viren aus dem Körper herauszieht und diese so ausgeschieden werden.

Autorin: Diplom-Biologin Lydia Keller, Konstanz, 2015

Literatur:

Physica, Prof. Ortrun Riha, Beuroner Kunstverlag, 2012

Das Hildegard von Bingen Kochbuch, Dr. Wighard Strehlow, Heyne Verlag

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