Andorn – Erkältungszeit – Hildegard von Bingen

 In Gesundheitsprogramm, Hildegard von Bingen

Was schreibt die heilige Hildegard in der Physica über den Andorn (marrubium)?

Andorn ist warm und hat genug Saft und wirkt gegen verschiedene Krankheiten

Der Andorn als Tee ist sehr bitter und macht hier dem bitteren Wermut Konkurrenz. Seine Bitterstoffe und Saponine können die Schleimbildung der Atemwege anregen, der zähe Schleim verflüssigt sich. Die Bitterstoffe wirken abwehrstärkend und fiebersenkend. So wird auch die Verdauung und der Gallensaft angeregt.

Der Andorn ist schon auf die alten Ägypter und Römer zurückzuführen. Die Pflanze sollte gegen giftige Pflanzen und gegen die Bisse giftiger Tiere wirken. Ihr wurde antimagische Kräfte zugeschrieben.

Hildegard schreibt:Wer schwach oder gebrochene Eingeweide hat, soll Andorn mit Wein kochen, dem genügend Honig beigeben, und den Sud abgießen und abgekühlt trinken.“ Dieses Rezept ist besonders für ältere Menschen geeignet, die Bitterstoffe sind stärkend.

Wer Beschwerden im Hals hat, soll Andorn in Wasser kochen, das Wasser abseihen und zweimal soviel Wein zufügen. Dann Schmalz hinzufügen und nochmals kochen.“ Anstatt Schmalz kann man dieser Andornsuppe auch einen Esslöffel Butter hinzufügen.

Wer taube Ohren hat, soll Andorn in Wasser kochen, das Kraut aus dem Wasser nehmen und den heißen Dampf in seine Ohren eindringen lassen und das Kraut auf die Ohren legen, und er wird ein besseres Gehör bekommen, weil seine Wärme rau ist und sein Saft bitter, verflüssigt er die geronnen Säfte und vertreibt den Rauch, wodurch die Ohren taub werden, wie der Wind Staub zersteut.“ Natürlich muss man darauf achten, dass man sich nicht verbrennt, also etwas abkühlen lassen und die Kräuter in ein Tuch einwickeln.

Wer Husten hat, soll Andorn, Fenchel und Dill in Wein kochen, abseihen und trinken, und der Husten wird vergehen. Husten kommt nämlich von Beschwerden der Lunge und der Leber, und diese Beschwerden mildert der Andorn, der Dill trocknet den Husten aus und der Fenchel heilt ihn zusammen mit dem gesüßten Wein.“ Diese Hustenkräuter können auch rechtzeitig eingesetzt werden um seine Abwehrkräfte zu stärken. Zum Süßen etwas Honig verwenden. Zwei bis viermal am Tag kann man eine Tasse trinken. Durch das Kochen von Wein verschwindet der Alkohol.

 

Quellen:

  • Hildegard von Bingen, Physica, Beuroner Kunstverlag, 2012
  • Siegfried Bäumler, Heilpflanzen Praxis Heute, Urban & Fischer Verlag, 2007
  • Ursel Bühring, Alles über Heilpflanzen, Ulmer Verlag, 2007
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